Cao Kefei (曹克非)


Cao Kefei, geboren in Shanghai, lebt in Peking und ist als Theaterregisseurin in China und Deutschland tätig. Nach ihrem Deutsch-Studium an der Technischen Hochschule Shanghai folgte ein Regiepraktikum im Schauspielhaus Zürich sowie am Neumarkttheater Zürich. Bereits seit vielen Jahren engagiert sie sich für den Theateraustausch zwischen China und Deutschland sowie der Schweiz. Cao Kefei arbeitet auch als Autorin und Übersetzerin und hat unter anderem Stücke von Thomas Bernhard, Roland Schimmelpfennig und Marius von Mayenburg ins Chinesische übertragen. Als erste Regisseurin brachte sie ein Stück von Thomas Bernhard, Die Macht der Gewohnheit, auf eine chinesische Bühne und baute chinesische Akrobatik in die Inszenierung ein.
2004 inszenierte sie am Pekinger Volkstheater Endstation - Peking, ein Stück ihres Bruders Cao Keyuan (曹克远). In letzter Zeit beschäftigte sie sich verstärkt mit dokumentarischen Theaterformen und realisierte mit der Produktion Together ein Projekt über weibliche Biographien im gegenwärtigen China. Seit Juli 2008 arbeitet sie an einem ersten Stück mit ihrer eigenen Pekinger Theatergruppe Ladybird. Im März 2009 führte sie Regie bei der Düsseldorfer Uraufführung von In die Mitte des Himmels des chinesischen Lyrikers Duo Duo und co-kuratierte im Düsseldorfer Schauspielhaus die Reihe Neue Dramatik: China.
1) Womit haben Sie sich in der letzten Zeit beschäftigt?
In den letzten Monaten war ich im Düsseldorfer Schauspielhaus mit den Regiearbeiten für das Theaterstück In die Mitte des Himmels des Lyrikers Duo Duo und mit der Planung der Veranstaltungsreihe Neue Dramatik China, die ebenfalls im Schauspielhaus durchgeführt wurde, beschäftigt.
2) Wo und wie kamen Sie zum ersten Mal in Berührung mit Deutschland?
Das war 1981, als mein Vater von seinem Studienaufenthalt in Deutschland zurück nach Shanghai kam. Er war nach der Kulturrevolution einer der ersten, die von der Regierung zum Studium nach Europa gesendet wurden. Er hat zweieinhalb Jahre lang allein in Deutschland gelebt. Er hat mir viel von seinen Erlebnissen dort erzählt.
3) In welcher Weise hat die Begegnung mit Deutschland Ihr Schaffen oder Ihr Leben beeinflusst?
Das lässt sich schwer in Worte fassen, es sind unterschwellige Einflüsse. Die Begegnung und die Zusammenarbeit mit manchen Persönlichkeiten haben meine Erfahrungen sehr bereichert.
4) Was war Ihr schönstes Erlebnis in Deutschland?
Als ich im März den Theaterraum Central des Düsseldorfer Schauspielhauses betrat und ca. 30 Techniker das Bühnenbild von meiner Inszenierung In die Mitte des Himmels aufbauen sah, war dies ein schönes Erlebnis.
5) Was war Ihr unerfreulichstes Erlebnis in Deutschland?
Als ich einmal mit dem Zug von Zürich nach Frankfurt gefahren bin, haben deutsche Zollbeamte sehr unsanft mein Gepäck durchsucht.
6) Haben Sie eine deutsche Lieblingsspeise?
Nein.
7) Was ist für Sie typisch deutsch?
Analyse-, Diskussions- und Organisationsfähigkeit. Die Deutschen verstehen es, in einem Team zusammenzuarbeiten. Theaterspiel wie Fußballspiel - beide Spiele sind ihre Stärke.
8) Welche Kulturleistung aus Deutschland beeindruckt Sie am meisten? BR>
Die Theaterkultur in deutschen Städten ist sehr vielseitig, ihre Vitalität und Schaffenskraft gehören zur weltweiten Spitzenklasse.
9) Mit wem in Deutschland würden Sie gerne einen Tag tauschen?
Mit einem Musiker aus der Vergangenheit, zum Beispiel Johann Sebastian Bach.
10) Welche Gewohnheit oder Idee aus Deutschland würden Sie gerne in China übernehmen?
Deutschlands Städtebau und seine Theaterkultur verdienen besonders unsere Aufmerksamkeit.
Übersetzung der Antworten: Tabea Holtz
Copyright: Deutsch-Chinesisches Kulturnetz
Mai 2009
Copyright: Deutsch-Chinesisches Kulturnetz
Mai 2009








