Li Qiang (李樯)
1. 1. Womit haben Sie sich in der letzten Zeit beschäftigt?
Ich schreibe gerade an einem Drehbuch über die Schriftstellerin Xiao Hong. Am meisten beschäftigt mich, das gut hinzukriegen.
2. Wann und wie kamen Sie zum ersten Mal in Berührung mit Deutschland?
Meine ersten Berührungspunkte mit Deutschland waren Kriegsfilme. Als Jugendlicher habe ich ein paar Filme über den Zweiten Weltkrieg gesehen, ich bekam also vor allem einen Eindruck von den „bösen deutschen Soldaten" und den „bösen japanischen Soldaten".
3. In welcher Weise hat die Begegnung mit Deutschland Ihr Schaffen oder Ihr Leben beeinflusst?
Berlin ist mein Glücksort. Wie wenn man sich das erste Mal in eine fremde Stadt verliebt, das gibt einem eine sehr positive Basis.
4. Was war Ihr schönstes Erlebnis in Deutschland?
Als Der Pfau auf der Berlinale mit dem silbernen Bären ausgezeichnet wurde.
5. Was war Ihr unerfreulichstes Erlebnis in Deutschland?
Meine Fremdsprachenkenntnisse sind dürftig und ich komme derzeit auch nicht dazu, eine Fremdsprache zu lernen. So habe ich mich in Deutschland nur an der Oberfläche der Stadt bewegt und bin nicht in ihr Herz vorgedrungen.
6. Haben Sie eine deutsche Lieblingsspeise?
Auf der Berlinale wurden die Filmcrews aller Preisträgerfilme in ein Restaurant eingeladen. Das Essen schmeckte köstlich, aber leider habe ich den Namen vergessen. Außerdem schmeckt das deutsche Bier sehr gut.
7. Was ist für Sie „typisch deutsch"?
Die Fähigkeit zur Abstraktion und eine gewisse Ernsthaftigkeit finde ich am typischsten. Das drückt sich in der Philosophie, Musik und sogar in der Automechanik aus.
8. Welche Kulturleistung aus Deutschland beeindruckt Sie am meisten?
Das deutsche Theater, vor allem das dialektische Theater mit seinem Verfremdungseffekt von Brecht. Das und die deutsche Musik und Philosophie haben mich tiefgehend beeinflusst.
9. Mit wem in Deutschland würden Sie gerne einen Tag tauschen?
Mit Thomas Mann.
10. Welche Gewohnheit oder Idee aus Deutschland würden Sie gerne in China übernehmen?
Exaktheit und Vernunft.
Copyright: Deutsch-Chinesisches Kulturnetz
Übersetzung: Julia Buddeberg
Januar 2008
Übersetzung: Julia Buddeberg
Januar 2008














