Chinesen in Deutschland – ein historischer Überblick
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| Studenten in Berlin |
Bürgersöhne …
Nachdem 1861 ein Freundschafts- und Handelsvertrag zwischen dem chinesischen Kaiser und Preußen geschlossen worden war, wurden diplomatische Beziehungen aufgenommen und chinesische Gesandte kamen mit ihren Familien und Dienerschaft. Das Kaiserreich war nach den verlorenen Opiumkriegen und der Niederlage gegen Japan daran interessiert, seine Armee zu modernisieren. Daher wurden Soldaten nach Preußen geschickt, um westliche Waffentechnik und militärische Ausbildung kennen zu lernen. Doch nicht nur das Militär musste reformiert werden, auch das Bildungswesen entsprach nicht mehr den Anforderungen moderner Wissenschaft und Technik. Chinesen verließen ihre Heimat, um im Ausland Medizin, Philosophie, Naturwissenschaft und Technik zu studieren.
Ein Teil von ihnen kam auch nach Deutschland, wie der 1880 gegründete "Verein chinesischer Studenten" mit 40 Mitgliedern beweist. Für den späteren Rektor der Peking-Universität, Cai Yuanpei, war der Studienaufenthalt in Berlin und Leipzig von großer Bedeutung. Er hatte deutsche Philosophie und Kulturgeschichte studiert und orientierte sich nach der Rückkehr bei seinen Reformbemühungen an dem Humboldtschen Bildungsideal. Auch war er ein Förderer und Wegbereiter des studentischen Austauschs.
Besonders nach dem 1. Weltkrieg kamen Stipendiaten und Söhne aus wohlhabenden Familien zum Studium nach Deutschland. Im Vergleich zu Frankreich oder England war das Leben hier - besonders während der Inflationsjahre – viel preiswerter. 1923 sollen etwa 1.000 Chinesen allein in Berlin an der Technischen Hochschule, der Hochschule der Künste und der Friedrich-Wilhelm-Universität studiert haben.
Kaufleute…
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| Alte Werbung fürs Restaurant |
…und Revolutionäre
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| Zhou Enlai mit Freunden im Tiergarten |
Nach ihrer Gründung schlossen die Volksrepublik China und die DDR 1950 ein Kulturabkommen, durch das einige Hundert Chinesen zum Studium nach Ost-Berlin, Dresden, Jena, Leuna und Leipzig kamen. Doch mit dem Bruch zwischen der Sowjetunion und China Anfang der 60er Jahre wurde der Kulturaustausch auf Eis gelegt.
Erst 1980 schickte die chinesische Regierung die ersten Studenten in "das kapitalistische Ausland". In die Bundesrepublik Deutschland kamen 100 Studenten, die alle in kürzester Zeit das Studium absolvierten und mit der Promotion abschlossen. Seit der Reform- und Öffnungspolitik studieren nun Chinesen und Chinesinnen als Stipendiaten und Selbstzahler. Heute leben nach offiziellen Angaben über 76.000 Chinesen in Deutschland. Es sind Wissenschaftler, Mediziner, Studenten und Geschäftsleute. Sie sind nicht nur in der Gastronomie, sondern auch in der Medizin, Forschung, im Computerwesen, in der Kunstszene sowie im Im- und Export zu finden.
Text: Dagmar Yu-Dembski
Geschäftsführende Leiterin des Konfuzius Instituts an der Freien Universtät Berlin und Vorsitzende der Gesellschaft für deutsch-chinesische Freundschaft in Berlin
Copyright: Deutsch-Chinesisches Kulturnetz
Oktober 2007
Im September 2007 erschien von Dagmar Yu-Dembski das Buch „Chinesen in Berlin“ im Berliner Verlag bebra, berlin edition
Copyright: Deutsch-Chinesisches Kulturnetz
Oktober 2007
Im September 2007 erschien von Dagmar Yu-Dembski das Buch „Chinesen in Berlin“ im Berliner Verlag bebra, berlin edition









