Lehren, Lernen, Leben: aus Uni und Hochschule

Eine der wichtigsten Gruppen, die direkt oder indirekt, bewusst oder unbewusst Kulturaustausch betreibt, ist zweifelsohne die der Studenten. Ein Studienaufenthalt im Ausland ist eine prägende Erfahrung, die oft den gesamten Lebensweg beeinflusst. Viele Deutsche und Chinesen, die sich heute im Austausch engagieren, verzeichnen im Lebenslauf ein Austauschjahr oder sogar ein ganzes Studium im jeweils anderen Land.

Der Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz gibt Ende 2008 über 450 Kooperationen deutscher Hochschulen mit chinesischen Hochschulen an. Manche Partnerschaften schauen auf eine Geschichte von über 20 Jahren zurück – und die Zusammenarbeit wird immer enger: Der neuste Trend sind so genannte Doppelstudiengänge. Unter dem Menüpunkt Hochschulkooperationen stellen wir Ihnen beispielhaft einige Initiativen aus dem Kulturbereich vor.

Tiefer in die Geschichte des universitären Austausches steigen drei Artikel ein, die sich mit dem Auf und Ab der Germanistik in China und der Chinawissenschaften in (West-)Deutschland beschäftigen.

Die neuere Geschichte des Studentenaustausches zwischen Deutschland und China begann Mitte der 70er Jahre mit Ende der Kulturrevolution in China. Zu den Pionieren in China gehören nicht nur der heutige Leiter des Goethe-Instituts China, Michael Kahn-Ackermann, der 1975 an der Peking Universität studierte, sondern auch die Asien-Referentin der Max-Planck-Gesellschaft, Dr. Barbara Spielmann, die von 1978–1979 in Peking und Nanjing studierte. In umgekehrter Richtung sei beispielhaft der Künstler Shan Fan erwähnt, der Mitte der 1980er Jahre an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg studierte und seit 1998 in seiner Wahlheimat Hamburg das International College of Communication Art and New Media (Design Factory) leitet. In der Rubrik Gesichter des Austausches stellen wir neben Barbara Spielmann u.a. Tan Ping vor, der ab 1989 in Berlin studierte und heute Vizedirektor der Central Academy of Fine Art in Peking ist.

Heute studieren rund 27.000 chinesische Studenten in Deutschland, sie machen ca. 12% aller ausländischen Studierenden aus und stellen damit die größte Gruppe vor Studenten aus dem Nachbarland Polen. Umgekehrt waren 2008 rund 1300 deutsche Studierende an chinesischen Universitäten eingeschrieben. Nach offiziellen Angaben stellen sie damit die siebtgrößte Gruppe ausländischer Studenten in China. Was Studenten in China und Deutschland 2008 neben dem „Lernen“ ganz allgemein bewegt – das finden Sie in der Rubrik Studentenleben.