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„Paralympics Zeitung" Beijing 2008 – gemacht von Schülern aus Berlin und Peking

Paralympics Teaser Vokabeltraining
Paralympics 389 Vokabeltraining © panta rhei
Vokabeltraining für die Paralympics © panta rhei


20 Berliner Schülerinnen fliegen am 5. September 2008 nach Peking, um zusammen mit 18 Schülern der 80. Pekinger Mittelschule eine Zeitung für die Paralympics (6.-17. September 2008) zu machen. Viermal wird die 16-seitige Zeitung erscheinen, zur Hälfte in Chinesisch, zur Hälfte in Deutsch - und einige Artikel auch in Englisch, Französisch, Italienisch oder Spanisch.

Wohnen werden die Gäste im Internat der 80. Pekinger Mittelschule. Hier befindet sich auch die mit 30 Computern und Internetzugang hervorragend ausgestattete Redaktionszentrale, von der aus jeden Tag gemischte Schülerteams ausschwärmen, um über die Wettkämpfe und Sportler, über Events rund um den Sport, aber auch Kultur, Pekinger Sehenswürdigkeiten und Wirtschaft zu berichten. Z.B. über Otto Bock, einen deutschen Prothetikhersteller, der während der Spiele mit 138 Technikern für den Service an den Hilfsgeräten der Sportler zuständig ist.

Erwartungen: viel Arbeit und wenig Schlaf

Zwar wird die Redaktionssprache Englisch sein, aber dass alle 20 Berlinerinnen – darunter vier Mädchen aus anderen europäischen Ländern – bereits seit mindestens drei Jahren Chinesisch lernen, wird beim Austausch mit den gleichaltrigen Pekinger Jungjournalisten, aber auch im Alltag sicher von Nutzen sein. Einige sind sogar schon einmal in China gewesen, wie die 17-jährige Caroline Schlemmer vom Romain-Rolland-Gymnasium. Bei ihr begann der Chinesischunterricht schon in der zweiten Klasse: „Da haben wir die Zahlen und einige Kinderlieder gelernt". Im Alter von zehn Jahren nahm sie an der ersten Schüleraustauschfahrt einer Berliner Schule nach Peking teil. „Ich weiß, dass Peking sich seitdem sehr verändert hat, aber ich denke, ich würde die Stadt jetzt sowieso ganz anders wahrnehmen als mit zehn", sagte die blonde Schülerin. „Außerdem werden wir wohl kaum Zeit für Sightseeing haben – wenn wir ankommen, haben die Spiele schon begonnen und wir müssen sofort anfangen, zu arbeiten."

Ihre gleichaltrige Kollegin, Franziska Helms vom Carl-von-Ossietzky-Gymnasium, hofft, während des zweiwöchigen Aufenthaltes wenigstens einmal ihre Pekinger Brieffreundin besuchen zu können. Franziska ist Chefredakteurin der Schülerzeitung ihrer Schule und bringt damit für das Paralympics-Projekt die besten Voraussetzungen mit.

Mit der Vorbereitung ging es für die deutschen Teilnehmerinnen schon Anfang 2007 los, seitdem gab es insgesamt vier Workshops, u.a. in der Redaktion und Druckerei des Berliner Tagesspiegels. Den Schülerinnen wurden bestimmte Themenbereiche, Sportarten und Athleten zugeteilt, auf die sie sich in den Sommerferien vorbereitet haben. Franziska ist zuständig für Kultur und Buntes und hat u.a. Kulturtipps für Touristen abseits der ausgetretenen Pfade zusammengetragen. Caroline hat sich intensiv mit zwei deutschen Leichtathletinnen, Michaela Flöth und Isabelle Foerder, beschäftigt. Insgesamt werden rund 170 deutsche Sportler an den Paralympics teilnehmen. „Wir können uns natürlich nicht auf alle gleich intensiv vorbereiten, sondern schauen vor allem auf jene, die Chancen haben, eine Medaille zu gewinnen", erklärt Caroline. Aus China starten 332 Sportler.

Paralympics 389 Schuelerinnen © panta rhei
Berliner Schülerinnen beim Vorbereitungsworkshop


Cui bono?

Ziel des Projektes, welches seit Athen 2004 in Kooperation mit dem Berliner Tagesspiegel stattfindet, ist es, den Behindertensport ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken – und dabei auch die interkulturelle Verständigung zu fördern. Noch in Berlin haben die Chinesischlehrer mit den Schüler-Reportern das Führen von Interviews geübt und mit ihnen über die Situation von Behinderten in China gesprochen. „Nun bin ich gespannt, wie behindertengerecht die tollen neuen Stadien wirklich sind", sagt Franziska. „Und wie es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln aussieht."

Die Paralympics Zeitung ist Teil einer Vereinbarung zwischen den Nationalen Paralympischen Komitees der Volksrepublik China und Deutschlands. Dafür, dass die erste Ausgabe der Zeitung, die bereits vor der Eröffnung der Spiele am 4. September in Peking erscheint, pünktlich fertig wird, ist Projektleiterin und Chefredakteurin Karin Preugschat von der panta rhei Beratungsgesellschaft für gesellschaftliche Prozesse mbH zuständig, die bereits am 26. August in Peking eingetroffen ist.

Für die erste Ausgabe haben die Schüler der 80. Mittelschule, zwei Jungen und 15 Mädchen, Aufsätze und Gedichte zum Thema „Die Paralympics in meinen Augen" geschrieben. Außerdem werden einige der teilnehmenden deutschen Sportler vorgestellt und es gibt einen Chinesisch-Kurs für Anfänger und Kulturtipps, zusammengestellt vom Goethe Institut Peking.

Das Ergebnis dieser einmaligen deutsch-chinesischen Zusammenarbeit, die vier Ausgaben der Zeitung, kann auf der Webseite des Deutsch-Chinesischen Kulturnetzes heruntergeladen werden.

Download Symbol „Paralympics Zeitung" Beijing 2008, Ausgabe 1 (PDF, 1.3 MB)
Download Symbol „Paralympics Zeitung" Beijing 2008, Ausgabe 2 (PDF, 1 MB)
Download Symbol „Paralympics Zeitung" Beijing 2008, Ausgabe 3 (PDF, 1.2 MB)
Download Symbol „Paralympics Zeitung" Beijing 2008, Ausgabe 4 (PDF, 1 MB)
Text: Maja Linnemann
Chefredakteurin Deutsch-Chinesisches Kulturnetz
Copyright: Deutsch-Chinesisches Kulturnetz
September 2008
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