Cao Kefei: Über die Entstehung von Zai Yiqi - Together
Der Entstehungsprozess von Zai Yiqi - Together war ganz anders als meine früheren Theaterproben. Nachdem das Stück Strindbergs Liebesbriefe Ende 2005 fertig geprobt war, begannen mich einige grundsätzliche Fragen zu verfolgen, die früher nur ab und zu aufgetaucht waren. Wie will ich leben? Muss ich unbedingt Theater machen? Als ich mit der Produktion von Zai Yiqi - Together begann, hatte ich überhaupt keinen Text und befand mich in einem Zustand voller Zweifel. Durch einen Zufall kam ich dazu, fünf Amateurschauspielerinnen zu suchen, die vom Alter und gesellschaftlichen Hintergrund her völlig verschieden waren. Während eines halben Jahres tauschten wir uns häufig aus und ich hörte dabei ganz unterschiedliche Stimmen und sah ganz unterschiedliche Lebensentwürfe. Ihre Erzählungen gaben dem Stück neue Perspektiven, ihr Dabeisein erweiterte den üblichen Horizont von Theaterstücken. Ich spürte zum ersten Mal, was mir früher im Prozess des Schaffens gefehlt hatte, nämlich eine erweiterte Auffassung des Schaffens; mit dieser Erweiterung kam auch wieder das Selbstvertrauen, obwohl meine Fragen und Zweifel noch da waren.
Eine chinesische und eine deutsche Schauspielerin reflektieren auf der Bühne Ibsens Nora in einem lyrischen Monolog. Wie viele Großstadt-Frauen fallen 100 Jahre nach Nora wieder in emotionale, familiäre und existentielle Krisen: Wie soll ich leben? Meine Freundinnen sagen es mir. Und so haben wir Zai Yiqi - Together dort begonnen, wo ich es zuerst beenden wollte.
Eine chinesische und eine deutsche Schauspielerin reflektieren auf der Bühne Ibsens Nora in einem lyrischen Monolog. Wie viele Großstadt-Frauen fallen 100 Jahre nach Nora wieder in emotionale, familiäre und existentielle Krisen: Wie soll ich leben? Meine Freundinnen sagen es mir. Und so haben wir Zai Yiqi - Together dort begonnen, wo ich es zuerst beenden wollte.
Text: Cao Kefei,
Theaterregisseurin
Übersetzung: Martin Winter
Copyright: Deutsch-Chinesisches Kulturnetz
April 2008
Theaterregisseurin
Übersetzung: Martin Winter
Copyright: Deutsch-Chinesisches Kulturnetz
April 2008
















