Street-Art: Korkmännchen machen Yoga


„Yogi“ aus Kork, Foto: Street Yoga
So beweglich wie diese kleinen Korkmenschen wäre wohl jeder gerne. Die abenteuerlichsten Yoga-Positionen schaffen die aus Kork und Schaschlikspießen gebastelten Männchen, die Josef Foos seit zwei Jahren in ganz Berlin auf Straßenschilder montiert. Eigentlich ist der 55-jährige Heilpraktiker und Yoga-Lehrer; dank seiner Street-Yogis ist er zudem mittlerweile ein fester Bestandteil der Berliner Street-Art-Szene.
Josef Foos:
„Im August 2008 habe ich einen Zeitungsartikel über den Londoner Künstler Slinkachu gelesen. Der bastelt winzige Figuren und baut sie in den Straßenalltag ein – etwa indem er sie in einer Pfütze schwimmen oder in einer Apfelsinenschale Skateboard fahren lässt. So etwas wollte ich auch machen, nur bin ich leider nicht so künstlerisch begabt, und zu viel Geld wollte ich auch nicht ausgeben. So bin ich auf die Idee mit den Korkfiguren gekommen, die unterschiedliche Yoga-Positionen einnehmen.
250 von ihnen habe ich in den vergangenen zwei Jahren in Berlin verteilt. Da die Darstellbarkeit der unzähligen Yoga-Übungen mit Korkfiguren begrenzt ist, wiederholen sich gewisse Positionen, aber das finde ich auch überhaupt nicht schlimm. Jede Figur fotografiere ich und poste das Bild in meinem Blog. Mir persönlich geht es dabei nicht um Öffentlichkeit und Popularität; ich will einfach, dass die Menschen sich freuen, wenn Sie einen meiner Yogis sehen. So lange mir das Basteln und Verteilen Spaß macht, mache ich das weiter.
Die ersten Figuren habe ich noch mit normalem Holzleim geklebt, doch der hat Regen und Kälte nicht gut überstanden. Mittlerweile arbeite ich mit lösungsmittelfreiem Pattex, was auch Minusgrade aushält – einige meiner Yogis haben so schon zwei Winter überlebt. Da ich sie auf Straßenschildern festklebe, begehe ich eigentlich Sachbeschädigung. Angezeigt wurde ich deshalb aber noch nie, da ist das Ordnungsamt tolerant.
Wenn sich jemand durch meine Arbeit inspiriert fühlen würde, auch solche Yogis zu basteln, würde ich mich sehr freuen. Von einem Nachahmer in Berlin weiß ich schon; je mehr es werden, desto besser.“
Text: Juliane Wiedemeier
Freie Journalistin, Berlin
September 2011
Freie Journalistin, Berlin
September 2011








