Kulturelles Gedächtnis

Die Nachwirkungen des Nationalsozialismus in der deutschsprachigen Familienliteratur

Ostheimer Literarische Familienbande Buchtitel-Collage
Ostheimer Literarische Familienbande Buchtitel-Collage


Die Vergangenheit ist der Stoff, aus dem moderne Staaten ihr Selbstverständnis modellieren. Dies gilt in besonderem Maße für Deutschland und Österreich, an deren Umgang mit der nationalsozialistischen Geschichte sich immer auch gesellschaftliche Tendenzen und politische Interessen der jeweiligen Gegenwart ablesen lassen. Doch Erinnerungen benötigen, wenn sie der Flüchtigkeit entgehen sollen, ein Speichermedium, und es war gerade die Literatur, die das kulturelle Gedächtnis an die Zeit des Nationalsozialismus von Anfang an entscheidend geprägt hat. Literarische Vergangenheitserzählungen erinnern und reflektieren, vor allem wenn sie um das Thema der Familie und um die Probleme zwischen verschiedenen Generationen kreisen, stets mit Bezug zur Gegenwart.

In der folgenden Artikelserie, die in den kommenden Wochen hier beim Deutsch-Chinesischen Kulturnetz erscheint, werden drei für die familiäre Erinnerungsarbeit in der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur zentrale Phasen aufgezeigt:

Text: Dr. Michael Ostheimer
Germanist, Universität Chemnitz
April 2009

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