Finanzkrise

Finanzkrise als Chance?

Finanzkrise © www.icpress.cnFinanzkrise © www.icpress.cn

Möglicherweise hat die Finanzkrise, die seit einem halben Jahr die Welt erschüttert, ihre Talsohle schon durchschritten – laut den meisten Wirtschaftsexperten werden uns ihre Auswirkungen aber noch lange begleiten. In jedem Fall hat sie viele Menschen auf der Welt direkt oder indirekt berührt, sie Job oder Ersparnisse gekostet. Und da sie uns alle – und eben nicht nur Wirtschaftsfachleute - betrifft, hat das Deutsch-Chinesische Kulturnetz Deutsche und Chinesen aus verschiedenen Kulturbereichen gebeten, ihre Gedanken und Empfindungen zur Krise darzulegen. Wie wirkt sich die Finanzkrise auf die Kultur aus? Welche Risiken oder Chancen sehen sie in der Krise – der größten seit den 1930ern?

Schaut man auf Deutschland, sind pessimistische Perspektiven wohl in der Überzahl – Kultureinrichtungen und Projekte verzeichnen Absagen ehemals großzügiger Sponsoren, Einsparungen treffen die öffentlichen Haushalte, Konsumenten halten ihr Geld für „Wichtigeres“ als Kultur zusammen….

In China hingegen will gerade die Regierung die Krise nutzen, um die „Kulturindustrie“ aufzubauen: Verlagen, Theatergruppen und Filmproduktionsfirmen werden Unterstützung und Steuernachlässe versprochen, die Bevölkerung soll zum Bücherlesen animiert werden, die Kulturindustrie wird als neuer Motor für das Wirtschaftswachstum aber auch als Ausdruck wachsender „Softpower“ gesehen.

Welcher Anteil des 4 Billionen RMB (ca. 452 Milliarden Euro) schweren chinesischen Konjunkturprogramms tatsächlich in die Kultur fließen wird und in welcher Form ist nicht klar… Sicher ist, dass sowohl in China als auch in Deutschland dem Wirtschaftswachstum und der „Ankurbelung des Konsums“ größte Bedeutung beigemessen wird. Und in diesem Sinne bietet die aktuelle Krise auch Gelegenheit, grundsätzliche Überlegungen anzustellen, wohin eine Gesellschaft sich entwickeln will… Eigentlich wissen wir doch schon lange, dass unbeschränkter Konsum nicht nachhaltig ist. Bietet die Krise also auch Chancen, über alternative Modelle und Werte jenseits des materiellen Wachstums nachzudenken?

Den Anfang der Diskussion machen zwei Beiträge aus China mit durchaus optimistischem Unterton. Die Architektin Feng Keru (冯恪如) macht sich Gedanken darüber, in wiefern die Krise Chancen bietet, dass China das Etikett „Werkbank der Welt“ hinter sich lassen und ein „Design made in China“ von internationalem Ruf entsteht könnte – Design für bessere Produkte und damit mehr Lebensqualität.

Feng Keru: Heißt die Designwelt die Krise willkommen?

Die Schriftstellerin Lu Min (鲁敏) aus Nanjing, die im Oktober auch die Buchmesse in Frankfurt besuchen wird, entwickelt ebenfalls positive Visionen – besonders für den künstlerischen Austausch und – vielleicht noch viel wichtiger – eine allgemeine Rückbesinnung auf immaterielle Werte.

Lu Min: Finanzkrise: Frühling im Winter

Weitere Beiträge aus Deutschland folgen in Kürze.

Diskutieren Sie mit in unserem Forum!
Wie sehen Sie die Finanzkrise? Sind Sie Optimist oder Pessimist? Welche Chancen bietet sie und wie könnte man sie nutzen?

    Zeichensalat?

    Chinesische Namen werden in der deutschen Sprachversion dieser Webseite auch in chinesischen Zeichen wiedergegeben. Wenn Sie in ihrem Browser keinen chinesischen Zeichensatz installiert haben, werden statt chinesischer Zeichen Kästchen, Fragezeichen oder andere Symbole angezeigt

    Reiseblog Tina Uebel

    Tina Uebel
    Die Hamburger Schriftstellerin Tina Uebel auf dem Landweg von Hamburg nach Shanghai...